Werkschau · Masterthesis · 2018
Ehemalige Hofstallungen in St. Petersburg
Umnutzung des leerstehenden, denkmalgeschützten königlichen Marstalls von 1720 im Stadtzentrum von St. Petersburg — neue Stadtpromenade durch die historischen Stallräume, Neubau eines Schaulagers für das Museum der Geschichte St. Petersburgs.
In meiner Masterthesis habe ich mich mit der Umnutzung eines leerstehenden, denkmalgeschützten Gebäudekomplexes auseinandergesetzt: dem ehemaligen königlichen Marstall aus dem Jahr 1720 im Stadtzentrum von St. Petersburg. Aufgrund der zentralen Lage und des hohen historischen Werts habe ich eine kulturelle Nutzung vorgeschlagen.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Vertiefungsbereiche und nähert sich der Umnutzung des Bestands und der Erweiterung des historischen Ensembles schrittweise.
Stadtpromenade durch den Bestand
Im ersten Schritt entsteht eine neue Stadtpromenade, die durch die prächtvollen, 100 Meter langen Stallräume führt. In den Bestand füge ich ein neues, unabhängiges Element ein, das alle nötigen Funktionen übernimmt. Über unterschiedliche Ausbauszenarien lässt sich der Raum flexibel nutzen und die Rolle einer öffentlichen überdachten Stadtpromenade übernehmen.
Schaulager im Hof
Im zweiten Schritt stellt der Neubau eines Schaulagers für das Museum der Geschichte St. Petersburgs die ursprüngliche Aufteilung des historischen Ensembles in drei Bereiche wieder her. An den Stellen der verlorengegangenen Bauten entstehen zwei neue Elemente: ein „positives” Volumen in Form eines Hochpunkts an der Stelle der Ruine und ein „negatives” Volumen als ausgeschnittener Patio mit einer Baumgruppe.
Die Achsen der historischen Hofbauten werden aufgenommen und unterirdisch als Schottenstruktur des neuen Schaulagers weitergeführt. Einzelne Segmente formulieren sich als gewölbte Elemente aus und nehmen damit Bezug auf die monumentale Sprache des Bestands. Der Hochpunkt entsteht durch die Drehung der Schottenstruktur und bildet einen durchlässigen Raum, der den Eingangsbereich und die Ausstellungsflächen enthält.